Mali, Mopti, Fl?chtlingslager, Kinder, M?dchen, Portrait© Jens Grossmann
Aachen, 19. Oktober 2015

Angespannte Flüchtlingssituation in Ostafrika

MISEREOR erinnert an prekäre Lage in weiten Teilen der Region

(Aachen, 19. Oktober 2015) Sieben der acht größten Flüchtlingslager der Welt befinden sich in Ostafrika. Allein dort haben über 1,1 Millionen Menschen Schutz gesucht.  Angesichts der aktuellen Aufmerksamkeit für die Situation im Nahen Osten, drohen andere große Flüchtlingskrisen in Vergessenheit zu geraten. Darauf machte das katholische Werk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR am Montag in Aachen aufmerksam.

"Die Lage in Ostafrika bleibt dramatisch. Viele Tausend Flüchtlinge haben alles verloren und nur noch wenig Hoffnung auf einer Rückkehr in ihre Heimat", sagte MISEREOR-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon. Grund für die andauernde Krise in der Region seien verschiedene Konfliktherde, welche immer wieder aufflammen. Die regelmäßigen Gewaltausbrüche in der Demokratischen Republik Kongo, im Sudan und Südsudan, in Burundi, Somalia und der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) trieben viele Menschen zur Flucht in vergleichsweise stabile Nachbarregionen und -länder. Global gesehen lägen sechs der zehn Herkunftsländer mit den höchsten Flüchtlingszahlen in Zentral- und Ostafrika.

Flüchtlinge nicht aus dem Blick verlieren

In Kenia haben allein 600.000 Somalier vor dem Terror der Al-Shabab-Milizen Schutz gesucht. Viele leben seit Jahren in Dadaab, dem mit zurzeit etwa 330.000 Einwohnern größten Flüchtlingslager der Welt nahe der somalischen Grenze. Burundi haben seit April fast 200.000 Menschen aufgrund des wiederaufflammenden Konfliktes verlassen, meist Richtung Tansania. Dort schwoll das Nyarugusu-Lager daraufhin von etwa 60.000 auf über 150.000 Flüchtlinge an und wurde zum viertgrößten Flüchtlingslager der Welt. Uganda, selbst ein bitterarmes Land, hat ebenfalls über 400.000 Flüchtlinge aus dem Kongo, Burundi und dem Südsudan aufgenommen. Im Südsudan brauchen über 1,6 Millionen Binnenvertriebene dringend Hilfe, fast 700.000 Menschen sind vor den gewalttätigen Auseinandersetzungen in die Nachbarländer geflohen.

"Diese Menschen dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Wir müssen den Flüchtlingen bessere Lebensperspektiven eröffnen, um ihnen eine menschenwürdigere und selbstbestimmte Zukunft zu ermöglichen", forderte Bröckelmann-Simon. MISEREOR setzt sich aktuell mittels der Förderung verschiedener, langfristiger Projekte für die Betroffenen ein. In zahlreichen Ländern der Region leisten Projektpartner MISEREORs etwa wichtige Bildungs- und Friedensarbeit. Die Angebote richten sich gleichermaßen an Flüchtlinge und die Bedürftigen in den Aufnahmegesellschaften.

Perspektiven eröffnen und Fluchtursachen bekämpfen

Durch Alphabetisierungskurse, Sprachkurse oder berufliche Weiterbildungen soll den Flüchtlingen langfristig wieder wirtschaftliche Unabhängigkeit und die Integration in ihr Umfeld ermöglicht werden. Psychologische Beratung, Traumatherapie und Betreuung durch Sozialarbeiter helfen den Menschen zudem bei der Bewältigung von Flucht- und Gewalterfahrungen und beim Neuanfang in einer fremden Umgebung.

Darüber hinaus unterstützt MISEREOR Menschenrechtsorganisationen und friedensfördernde Maßnahmen vor Ort. Fachkräfte für Friedensarbeit treiben Aussöhnungsprozesse auf kommunaler Ebene voran, während vom Krieg geprägte Jugendliche in Seminaren Methoden friedlicher Konfliktbewältigung erlernen. "Diese Arbeit ist essentiell, um neuen Gewaltausbrüchen vorzubeugen und den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken. Wir müssen die Probleme an der Wurzel anpacken, um die Ursachen von Flucht zu bekämpfen", betonte Bröckelmann-Simon.

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