Berlin, 12. Mai 2016

Seht, so isst Leipzig und die Welt!

Slow Food Deutschland und MISEREOR beim Katholikentag 2016 in Leipzig

(Berlin, 12. Mai 2016) Auf dem 100. Deutschen Katholikentag, der vom 25.-29. Mai in Leipzig unter dem Leitwort „Seht, da ist der Mensch“ stattfindet, machen das Bischöfliche Werk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR und Slow Food Deutschland gemeinsam durch verschiedene Aktionen und Veranstaltungen zentrale Fragen der täglichen Ernährung und der Ernährungssouveränität zum Thema.

Slow Food und MISEREOR sind während des Katholikentages 2016 vom 26.-28. Mai vor der Moritzbastei mit insgesamt 7 Ständen vertreten (Mensa am Park /Moritzbastei, Außenbereich, Universitätsstr. 9). In diesem Bereich lassen sich Anbau, Verarbeitung und Verzehr von Lebensmitteln auf verschiedene Weise direkt erkunden. Dadurch sollen zentrale agrar- und ernährungspolitische Fragen thematisiert und für die Besucherinnen und Besucher erfahrbar werden.

Zukunftsfähige Ernährungssysteme stärken

Die Vorsitzende von Slow Food Deutschland, Ursula Hudson, sieht Essen als politischen Akt: „Mit keiner anderen menschlichen Handlung gestalten wir die Welt mehr als mit dem Essen – ganz nah bei uns und auch weit weg. Unser Lebensmittelsystem, global betrachtet einer der größten Wirtschaftsfaktoren, ist auch eine der wichtigsten Ursachen für Klimawandel, Artensterben, Bodendegradation, Wasserverschmutzung, Wasserknappheit, und soziale Ungerechtigkeit. Um diesen Symptomen entgegenzuwirken, müssen wir ein zukunftsfähiges Ernährungssystem fördern und das aktuelle umgestalten.“

Nachhaltige Landwirtschaft stärken

MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel ist überzeugt: „Wir alle können einen wichtigen Beitrag zu der notwendigen Neuausrichtung des Ernährungssystems leisten, und zwar durch die Art, wie und was wir konsumieren.“ Gleichzeitig sieht Spiegel die Politik in der Verantwortung, Landwirtschaft, Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln nachhaltig zu gestalten: „Noch nie wurden mehr Lebensmittel pro Kopf produziert als heute, zugleich leiden ca. 800 Millionen Menschen Hunger, und ein Drittel der Menschheit ist fehlernährt. Um auf die bestehenden Probleme zu reagieren, sollte über regionale Produktion und Vermarktung eine nachhaltige Landwirtschaft gestärkt werden, um eine gesunde und sichere Ernährung für alle zu ermöglichen. Millionen kleiner ländlicher Familienbetriebe im globalen Süden leisten dazu einen wichtigen Beitrag.“

Seht, so isst Leipzig und die Welt

Die Stände und Mitmachaktionen von MISEREOR und Slow Food  fügen sich in den Themenbereich Globale Verantwortung ein und bieten unter dem Motto „Seht, so isst Leipzig und die Welt“ ein vielfältiges Rahmenprogramm für Groß und Klein. Auf dem Marktplatz für Saatgut und Sortenvielfalt und bei Sinnes- und Geschmacksparcours können Besucher und Besucherinnen Biodiversität schmecken, riechen und entdecken. Eine Kochwerkstatt zeigt, was in Leipzig Leckeres auf den Tisch kommt: https://blog.misereor.de/2016/05/11/so-kocht-und-isst-leipzig-und-die-welt/

Im Garten der lokalen Vielfalt geben Experten Tipps zu Kräutern und Kulturpflanzen für den eigenen Anbau und die Zubereitung in der Küche. Außerdem finden an allen drei Tagen unter dem Motto „Teller statt Tonne“ Schnippelaktionen gegen Lebensmittelverschwendung statt. Knubbeliges Gemüse wird hier fleißig geschnippelt und anschließend von Koch Wam Kat zu einer leckeren Suppe verarbeitet. Alle Aktionen und Programmpunkte im Bereich von Slow Food Deutschland und MISEREOR sind hier aufgelistet: www.slowfood.de/termine/termine_ueberregional/deutscher_katholikentag_2016/
Neben diesem Rahmenprogramm sind Vertreter von Slow Food und MISEREOR an diversen Podiumsdiskussionen beteiligt, zum Beispiel gemeinsam bei:

„Seht, da isst der Mensch“: Großes Podium (Freitag, 27.05.2016, 14:00h - 15:30h, Oper Leipzig, Saal, Augustusplatz 12)

„Kann der richtige Konsum die Ernährungskrise lösen?“ Darüber diskutieren auf dem Hauptpodium des Katholikentages MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel und Slow-Food-Gründer und internationaler Präsident Carlo Petrini, der aus Italien anreist. Mit dabei außerdem: Christian Schmidt MdB, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft; Jacqueline Chenier, Aktivistin für Groundswell International; Achim Drewes, Nestlé Deutschland AG. Die Referenten werden zur zentralen Frage des Podiums Stellung nehmen: „Was sind die Krisensymptome des globalen Ernährungssystems und wie hängen diese mit den Konsummustern im globalen Norden und Süden zusammen? Welche Möglichkeiten haben Konsumenten und Konsumentinnen und welche Verantwortung hat die Politik, um Landwirtschaft und Konsum nachhaltiger zu gestalten?“.

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Kontakt und mehr Informationen

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Mehr Informationen

Hinweis an Redaktionen: Carlo Petrini und Pirmin Spiegel stehen Ihnen im Vorfeld bzw. nach der Podiumsdiskussion für Interviews zur Verfügung.

Zur Terminabstimmung wenden Sie sich bitte an:
Slow Food Deutschland: Sharon Sheets – 030 / 200047520 – 0157/ 88492505  s.sheets@slowfood.de
MISEREOR: Nina Brodbeck – 030/ 44351988 – 0170/ 5746417
nina.brodbeck@misereor.de



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