Aachen, 30. November 2018

Mittelamerika: Arme gegen Arme

(Aachen, 30. November 2018) Das katholische Werk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR hat die Bundesregierung und die internationale Gemeinschaft zu mehr Hilfe und Solidarität mit den Mittelamerika-Flüchtlingen in Mexiko aufgerufen.

"Die Menschen befinden sich in einer prekären Lage. Sie können auf ihrem tausende Kilometer langen Weg Richtung US-Grenze nur unzureichend versorgt werden und sind vielen Gefahren wie Gewalt, Entführungen, sexuelle Ausbeutung oder Zwangsarbeit ausgesetzt", sagt Dominik Pieper, Projektverantwortlicher bei MISEREOR für die Hauptherkunftsstaaten der Flüchtlinge Honduras, Guatemala und El Salvador.
Nach Angaben von Pieper ist die aktuelle Fluchtbewegung kein neues Phänomen. Schon seit ungefähr 15 Jahren verließen täglich mehrere hundert Menschen  die genannten Länder, weil extreme Gewalt, Armut, mangelhafte Ernährung, Arbeitslosigkeit und fehlende Zukunftsperspektiven ein würdevolles und sicheres Leben in ihren Heimatorten nicht mehr möglich machten. Gleichzeitig seien insbesondere die Regierungen von Honduras und El Salvador in schwerwiegende Korruptionsskandale verwickelt, es herrsche ein unerträgliches Klima der Straflosigkeit.

Junge Menschen besonders bedroht

Von Gewalt besonders bedroht sind demnach vor allem junge, oft minderjährige Menschen. Sie würden nicht selten von kriminellen Gangs zwangsrekrutiert. Wer sich widersetzt, riskiere sein Leben. Auch die weit verbreitete Schutzgelderpressung, bei der es oft um vergleichsweise geringe Beträge geht, münde immer wieder in tödliche Gewalt, erläutert Pieper. „Das bedeutet nichts anderes, als dass viele Menschen sich nicht mehr sicher auf der Straße bewegen können“, so der MISEREOR-Experte. Letztlich sei es ein Kampf von Menschen, die allesamt unter Armut litten, auch die Täter könnten teilweise als Opfer der Gesamtsituation angesehen werden, meint Pieper: "Es fehlt in allen drei genannten Ländern an einer ausreichenden und flächendeckenden Sozialpolitik, und selbst, wer Arbeit hat, kann von den vielfach kargen Löhnen kaum leben."

Hilfe beim Aufbau einer eigenen Existenz

Partnerorganisationen  von MISEREOR engagieren sich in vielfältiger Weise für eine nachhaltige Verbesserung der Situation. Zu den Projekten gehören Maßnahmen zur Verbesserung beruflicher Fertigkeiten und Hilfe beim Aufbau neuer Existenzen in Landwirtschaft und Kleinstgewerbe. Derzeit fördert MISEREOR zudem 17 Projekte mit einer Gesamtsumme von mehr als 2,97 Millionen Euro, die der Unterstützung benachteiligter Jugendlicher und der Gewaltprävention in Honduras, Guatemala und El Salvador dienen.
Das Wichtigste sei, dass in den drei genannten Ländern Sicherheit und Stabilität geschaffen werden, betont Pieper. "Momentan befinden sie sich in Teilen in kriegsähnlichen Zuständen."

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Kontakt

Weitere Informationen

Die Situation von jungen Menschen in El Salvador steht auch im Mittelpunkt der MISEREOR-Fastenaktion 2019, die am 10. März in Köln eröffnet wird. Ihr Motto lautet:

"Mach was draus: Sei Zukunft!"

Informationen hierzu: https://fastenaktion.misereor.de/