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Aachen / Brüssel, 24. Mai 2016

Krise am Milchmarkt: Afrika und Europa sollen gemeinsame Lösungen erarbeiten

Europäische Milcherzeuger reisen nach Burkina Faso, um mit ihren dortigen Kollegen das Problem der EU-Überproduktion zu diskutieren

(Brüssel / Aachen, 24. Mai 2016) Die Lage auf dem europäischen Milchmarkt wird für die betroffenen Landwirte immer dramatischer. Höher und höher wachsen die Butter- und Milchpulverberge. Die Überproduktion, die die europäischen und internationalen Märkte überschwemmt und die Preise für Milchprodukte abstürzen lässt, reißt Bäuerinnen und Bauern in eine existenzbedrohende Situation. Doch nicht nur europäische Erzeuger sind betroffen. Gerade auch für viele Produzenten in Westafrika ist das Überangebot gefährlich, weil sie mit Billig-Importen - insbesondere von Milchpulver aus der EU - nicht konkurrieren können und damit gleichfalls vor dem Ruin stehen.

Um gemeinsam mit afrikanischen Milchproduzenten an Lösungen für die problematische Situation zu arbeiten, werden Milcherzeuger des European Milk Board und Vertreter von Misereor und Germanwatch sowie zwei Journalisten vom 25. Mai bis 2. Juni nach Burkina Faso reisen. Die Organisation PASMEP, eine Initiative zur Unterstützung von Milchviehhirten in Burkina Faso, wird mit ihren Gästen vor Ort neben Molkereien und Höfen auch Ministerien besuchen sowie einen Workshop abhalten. Themen der Veranstaltungen werden die europäische Politik und deren Auswirkungen auf Burkina Faso sowie die technische Zusammenarbeit sein.

Im intensiven Dialog werden europäische und burkinische Bäuerinnen und Bauern die Möglichkeiten diskutieren, die zu einer Bewältigung der Situation beitragen können. Klar ist nach Ansicht aller beteiligten Organisationen, dass der Überproduktion in Europa und der kaum gehemmten Einfuhr nach Westafrika Einhalt geboten werden muss. Dies wird nicht ohne passende politische Rahmenbedingungen geschehen können. Dazu sind sowohl europäische als auch westafrikanische Politiker gefragt. Denn der einzelne Bauer, die einzelne Bäuerin oder auch Bauernorganisationen können das internationale Problem allein nicht lösen.

Gesucht wird eine faire Lösung für europäische und afrikanische Landwirte. Die EU, der Bund und die Länder müssen mit finanziellen Anreizen eine Begrenzung der Milchmenge fördern. Gleichzeitig darf es keine Exportregelungen geben, die nicht mit den Interessen der westafrikanischen Bauern abgestimmt sind. Notwendig ist gleichzeitig eine Weiterentwicklung der kurzfristigen Maßnahmen hin zu einer europäischen Krisenprävention sowie eine veränderte Strategie, die statt auf weiteren Export auf eine Steigerung der Qualität setzt.

Dass die Begegnung mit den Kollegen vom jeweils anderen Kontinent für beide Seiten einen großen Zuwachs an Wissen und Verständnis bringt, hat sich schon 2014 bei einem Besuch afrikanischer Bauern in Deutschland gezeigt. Dabei waren Erzeuger aus Burkina Faso zu Höfen in die Eifel und ins Allgäu gereist und hatten sich ein Bild von der hiesigen Situation und Produktion gemacht. Die Erkenntnis war deutlich: Ob afrikanischer oder europäischer Produzent - in vielerlei Hinsicht stehen Milchbauern beider Kontinente vor ähnlichen Problemen. Nach Ansicht der genannten Organisationen macht es daher Sinn, auch künftig gemeinsam, anstatt gegeneinander, zu arbeiten. 

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