Thema - Rohstoffe

Wenn nur die Kohle zählt


Die Kohlekommission diskutiert, wie und wann Deutschland ohne Kohle auskommen kann. Aber bis dahin laufen unsere Kraftwerke weiter – auch mit Kohle aus Südafrika und Kolumbien. So fördern wir dort Umweltzerstörung und Gewalt. Das muss aufhören. Gemeinsam schaffen wir den echten Ausstieg.

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Kohle schadet

In Südafrika verlieren Menschen in der Nähe von Kohleminen und -kraftwerken ihr Land, ihre Gesundheit und den Zugang zu Wasser. Deutsche Unternehmen tragen Mitverantwortung für derartige Probleme im Kohlesektor Südafrikas. Ob als Käufer und Verarbeiter des Rohstoffs oder als Zulieferer von Bauteilen für die Kraftwerke. Das zeigt die  MISEREOR-Studie "Wenn nur die Kohle zählt    Zu weiteren Publikationen


"Man kann die Kohle förmlich riechen. Es gibt Tage, da fällt das Atmen schwer. Ich kenne Leute, die Tuberkulose haben. Es gibt Menschen, die berichten von Magenschmerzen vom Wasserverzehr. Auch ich habe immer wieder Probleme."
Francis Manamela, Sprecher der Gemeinde Marapong, Limpopo, Südafrika


Mensch, Tier und Umwelt leiden

Die Kohleregion Mpumalanga in Südafrika ist vom massiven Kohleabbau und von Kohlekraftwerken gezeichnet: Das Wasser ist mit Schwermetallen verseucht, sauberes Trinkwasser knapp, Tiere und Pflanzen sterben. Viele Menschen sind durch die verschmutzte Luft lungenkrank. Kleinbauernfamilien werden von ihrem Land verdrängt, während sich Arbeiter in der Hoffnung auf Jobs ansiedeln und abgelehnt werden. Immer mehr Stromtrassen durchziehen die Region – während darunter viele Menschen ohne Strom hausen.


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Deutsche Akteure lehnen Mitverantwortung ab

Was in Mpumalanga längst Realität ist, droht nun auch den Menschen in der Provinz Limpopo. Hier entsteht das Mega-Kraftwerk Medupi und weitere riesige Kohleminen. Am Bau und der Inbetriebnahme sind auch deutsche Unternehmen und die Bundesregierung beteiligt. Doch kein beteiligter Akteur will eine Verantwortung für die absehbaren Folgen anerkennen.



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Unternehmen in die Verantwortung nehmen

Bei Kusile und Medupi handelt es sich nicht um Einzelfälle. Deshalb fordert MISEREOR von der Bundesregierung verbindliche Menschenrechtsvorgaben für die Auslandsgeschäfte deutscher Unternehmen und eine Reform der deutschen Außenwirtschaftsförderung. Ein Nationaler Aktionsplan zu Wirtschaft und Menschenrechte, den die Bundesregierung für Mitte des Jahres angekündigt hat, bietet Gelegenheit, diese Reformen auf den Weg zu bringen.


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Die Kohlekommission diskutiert, wie und wann Deutschland ohne Kohle auskommen kann. Aber bis dahin laufen unsere Kraftwerke weiter – auch mit Kohle aus Südafrika und Kolumbien.

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Das Bischöfliche Hilfswerk MISEREOR e. V. ist wegen Förderung der Entwicklungszusammenarbeit nach dem Freistellungsbescheid des Finanzamtes Aachen-Stadt, Steuer-Nr. 201/5900/5748, vom 03.04.2018 für das Jahr 2016 nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftsteuergesetzes von der Körperschaftsteuer befreit.