Thema - Evaluierung, Beratung, Wirkung

Was erreichen unsere Projekte?

Oder anders gefragt: Was tragen unsere Partner zu Veränderungen bei? Das interessiert uns natürlich sehr, denn wir wollen

  • selbst lernen und die Qualität sicherstellen,
  • unsere Partner sinnvoll unterstützen,
  • uns Rechenschaft geben darüber, was unsere Partner tatsächlich bewirken.

Evaluierung

Regelmäßig zurückblicken

Unsere Partner berichten regelmäßig über die Ergebnisse ihrer Arbeit. Mehr erfahren wir darüber durch Evaluierungen. 

Wir schauen auf eine lange Praxis des Evaluierens zurück und auf eine Tradition der grundsätzlichen Auseinandersetzung mit Evaluierungen. Dabei orientieren wir uns an einigen Leitlinien, die den Umgang mit Evaluierungen entscheidend prägen.

Wir arbeiten mit unabhängigen Partnerorganisationen im Süden zusammen und schätzen diese als gleichberechtigte Partner. In diesen Projekten stehen die Armen mit ihrem ganzen Mensch-Sein im Mittelpunkt. Daher wollen wir langfristige Entwicklungsprozesse von Menschen und Gemeinschaften fördern. Evaluierungen müssen immer auch diese in den Blick nehmen. Dabei achten wir darauf, die Mittel, die die Spender, der Staat und die Kirche dem Werk zur Verfügung stellen, bei der Durchführung von Evaluierungen möglichst wirksam einzusetzen. 


Partner-Echo aus Brasilien zu externen Evaluierungen

"Wir konnten uns wie in einem Spiegel betrachten."

"Es ist sehr wichtig, von Zeit zu Zeit eine Evaluierung mit jemandem, der uns von außen wahrnimmt, durchzuführen. Auf diese Weise erkennen wir, ob und wie wir zu Veränderungen im Leben der Gruppen oder Gemeinden beitragen."

"Diese Evaluierung hat uns geholfen, die verschiedenen Engpässe im Projekt zu verstehen und in einem neuen Projekt andere Wege einzuschlagen. Wir haben entdeckt, wie wichtig der Blick von draußen ist, um die Wege zu sehen, die offen vor uns liegen, wir aber nicht bemerkten."

"Es ist ein schmerzhafter, aber inhaltlich reicher Prozess, wie eine Geburt."

Zitate aus einer Studie aus dem Jahr 2013


Beratung

Zu Verbesserungen beitragen

Partnerorganisationen stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Beratungen helfen ihnen, sie zu bewältigen.

Beratungen bilden seit Beginn der Arbeit von MISEREOR einen wichtigen Bestandteil der Zusammenarbeit mit den Partnern. Auf diese Weise ergänzen sie die finanzielle Zusammenarbeit und können einen maßgeblichen Beitrag zur Wirksamkeit leisten.

Beratungen sollen den Partnern die Möglichkeit geben, sich auf veränderte Bedingungen und damit verbundene Herausforderungen einzulassen und eigene Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Ihre Inhalte können sich auf Konzepte und Strategien beziehen, aber auch auf Methoden und spezifische Fachfragen. Außerdem sind Themen, die sich der Entwicklung einer Partnerorganisation widmen, z. B. die Struktur, die Verfahren einer Organisation, mögliche Inhalte von Beratungen. Je nach den zu behandelnden Inhalten und Zielen der Beratung sind verschiedene Formen und Typen denkbar. In der Regel betten sich Beratungen in einen längeren Begleitungsprozess zusammen mit den Projektverantwortlichen ein. Beratungen sind zielorientiert, dabei aber ergebnisoffen. Sie sind auch für MISEREOR immer eine Chance zu lernen.


Wirkung

Die angestrebten Veränderungen als Orientierung nutzen

Wir unterstützen unsere Partner, Veränderungen zu planen und zu bewerten. Das gemeinsame Verständnis, was sich für die Menschen verbessern soll, ist die Leitschnur unserer Zusammenarbeit.

Ein bewusstes Planen, Beobachten und Bewerten der Arbeit und der durch sie angestoßenen Veränderungen sind wichtige Bausteine für den partnerschaftlichen Austausch.

Wenn die Partner uns beim Planen vermitteln, wie sie Entwicklung verstehen und auf welche Weise ihre Projektarbeit dazu beitragen soll, dann können wir dies nachvollziehen und auch eigene Überlegungen und Erwartungen in den Prozess einbringen. Idealerweise lernen daraus dann beide Seiten. Die Wirkungsorientierung hat auch beim Beobachten und Bewerten der Partner eine wichtige Aufgabe. Sie ist ein eigener Moment der Reflexion, mit dem die Partner die Erfolge und Schwierigkeiten mit ihren Strategien und den Wirkungen ihrer Arbeit für sich nutzbar machen - und im Einzelfall mit anderen und uns austauschen. Damit dient sie der Rechenschaftslegung und - das ist uns besonders wichtig - bietet die Möglichkeit des Lernens für die Partnerorganisationen und uns.


Wirkungen in der Entwicklungszusammenarbeit

Was versteht MISEREOR unter Wirkungen in der Entwicklungszusammenarbeit und wie kann man solche Wirkungen erfassen? Der Film erklärt dies anhand vieler praktischer Beispiele aus der Projektarbeit vor Ort.

Methoden der Wirkungserfassung

Wie können MISEREOR-Partnerorganisationen die Menschen, mit denen sie arbeiten, in Monitoring und Evaluierung eines Projekts einbeziehen? Der Film vermittelt Methoden der partizipativen Wirkungserfassung in Entwicklungsprojekten - ergänzend zum Film „Wirkungen in der Entwicklungszusammenarbeit“.



Weiterführende Materialien

Jahresevaluierungsbericht 2017

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Gesamtüberblick über die im Jahre 2017 für MISEREOR durchgeführten Evaluierungen.

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Jahresevaluierungsbericht 2017 - Kurzfassungen

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Kurzfassungen der im Jahre 2017 für MISEREOR durchgeführten Evaluierungen.

  • Herausgeber: MISEREOR
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Synthesebericht Förderbereichsevaluierung Menschenrechte

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Die Evaluierung des Förderbereichs „Menschenrechte“ bei MISEREOR wurde zwischen Oktober 2016 und...

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Evaluierung in der partnerschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit von MISEREOR

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Bericht der Meta-Evaluierung der Projektevaluierungen aus den Jahren 2014 – 2015

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Systemprüfung der Evaluation in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

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In dieser Fallstudie liegt eine systematische Analyse und Bewertung der Evaluierungspraxis von...

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Das Wirkungsverständnis von MISEREOR

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Die MISEREOR-Grundlage für den Dialog mit den Partnern und der Fachöffentlichkeit. Das...

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Entwicklungshilfe: Kompensation für Unrecht oder Instrument für mehr Gerechtigkeit?

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  • Herausgeber: MISEREOR & CIDSE
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Synthesebericht der 3. Förderbereichsevaluierung "Berufliche Bildung"

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Evaluierung des Förderbereichs Gesundheit

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Weitere Jahresevaluierungsberichte finden Sie in unserem Archiv


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Weitere Publikationen

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Publikationen recherchieren

Evaluierungsplanung 2019

Stand Oktober 2018


Mit diesem Dokument will MISEREOR einerseits Transparenz über die Evaluierungsarbeit herstellen und andererseits Gutachterinnen und Gutachter einladen, ihr Interesse an der Mitarbeit an einzelnen Evaluierungen zu bekunden.

Zum Download

Antworten rund um Evaluierung, Beratung und Wirkung

Warum evaluiert MISEREOR?

MISEREOR evaluiert die geförderten Projekte seit 1968 regelmäßig mit Hilfe externer Gutachterinnen und Gutachter. Hierdurch können wir und insbesondere unsere Partner die Qualität und Wirkungen der Arbeit immer wieder verbessern. Evaluierungen dienen vor allem dem Lernen, sie stoßen bei MISEREOR und seinen Partnern Weiterentwicklungen in der Projektkonzeption an. Daher ist es notwendig, die am Projekt Beteiligten aktiv mit einzubeziehen. Eine Evaluierung wertet nicht nur Projekte und die mit ihnen erreichten Veränderungen aus, sondern leistet selbst einen Beitrag zur Entwicklung.

Evaluierungen dienen des Weiteren der Erfolgskontrolle. Klare Kriterien zu Dauer und Volumen einer Förderung oder auch vorhabenspezifische Besonderheiten - beispielsweise ein Pilotvorhaben oder ein besonders schwieriges Umfeld - verpflichten MISEREOR zur Evaluierung. Grundsätzlich müssen Projekte spätestens in der dritten Förderphase evaluiert werden.

Die Ergebnisse veröffentlicht MISEREOR als Teil seiner Rechenschaftslegung. Damit sorgen wir für Transparenz über den wirkungsvollen Einsatz der Mittel. Der gedruckte Jahresevaluierungsbericht bietet eine Gesamtschau der Ergebnisse, zusätzlich stellen wir Kurzberichte aller Einzelevaluierungen zur Verfügung.


Wie viele Projekte werden im Schnitt jährlich evaluiert?

Pro Jahr sollen mindestens ein Zehntel jener Projekte evaluiert werden, die aus öffentlichen Mitteln oder aus Spenden mit über 100.000 Euro finanziert wurden. Diese sogenannten verpflichtenden Evaluierungen beauftragt teils MISEREOR, teils vergeben die MISEREOR-Partnerorganisationen die Aufträge an externe Fachleute. Damit stellt MISEREOR gleichzeitig sicher, dass seine Partner die Projektprüfung als ihre eigene Aufgabe wahrnehmen. Im Jahr 2017 hat MISEREOR in 36 Evaluierungen 119 Projekte evaluiert, die Partnerorganisationen selbst haben 57 Evaluierungen durchführen lassen.


Warum arbeitet MISEREOR mit externen Gutachterinnen und Gutachtern?

Die externen Gutachterinnen und Gutachter wählt MISEREOR entsprechend ihrer fachlichen, methodischen und sprachlichen Fertigkeiten aus. Sie sind unabhängig von uns als Auftraggeber und von den Projekten. Die vielfältigen Erfahrungen dieser Fachleute - auch mit anderen Projekten und Organisationen - bereichern die Perspektive von MISEREOR und seinen Partnern.


Werden die Gutachterinnen und Gutachter von Deutschland aus in die Projekte geschickt oder vor Ort beauftragt?

Wenn MISEREOR selbst Evaluierungen beauftragt, wird in der Regel ein Team von Gutachterinnen und Gutachtern ausgewählt, welches sich aus einer europäischen und einer lokalen Fachkraft zusammensetzt. MISEREOR nimmt die europäische, der Projektpartner die lokale Fachkraft unter Vertrag. Die Partnerorganisationen beauftragen meist Expertinnen oder Experten aus dem eigenen Land. Beide Gutachter, idealerweise geschlechtergemischte Teams, sollen sich fachlich ergänzen. Alle Evaluierungen – ob international oder lokal beauftragt – folgen internationalen Standards: Sie orientieren sich an den klassischen Kriterien der Entwicklungszusammenarbeit, den OECD/DAC-Kriterien.


Wie werden die externen Gutachterinnen und Gutachter ausgesucht?

MISEREOR hat Gutachterinnen und Gutachter sowie Beratungsunternehmen in einer Datenbank erfasst. Diese enthält auch Personen mit Wohnsitz außerhalb Europas. Die Expertinnen und Experten sind nach Ausbildung, regionalen und sektoralen Erfahrungen, Sprach- und Methodenkenntnissen erfasst.

Die Planung der Evaluierungen werden auf dieser Website veröffentlicht, sodass sich Gutachterinnen und Gutachter direkt für bestimmte Projektprüfungen bewerben können.


Wie lange dauert eine Evaluierung?

Der zeitliche Umfang einer Evaluierung variiert je nach Projekt und zu bearbeitenden Fragestellungen. In der Regel dauern Vor- und Nachbereitungsphase acht bis zwölf Tage. Hinzu kommt ein circa 10- bis 20-tägiger Aufenthalt vor Ort. Dieser Zeitrahmen erlaubt es, die Zielgruppen der Projekte, also die Armen selbst, in die Arbeit einzubeziehen.


Wie nützlich sind Evaluierungen?

Die MISEREOR-Partnerorganisationen profitieren in besonderem Maße von den Evaluierungen. Dass die Projektverantwortlichen einbezogen sind, löst häufig direkt Verbesserungsprozesse aus. Um dies zu erleichtern, wird der Evaluierungsbericht stets in der entsprechenden Fremdsprache verfasst. MISEREOR ist es wichtig, die Umsetzung der Empfehlungen mit den Partnern diskutieren und einschätzen zu können, zum Beispiel bei Reisen und Projektgesprächen.

Regelmäßig führt MISEREOR auch Querschnittsevaluierungen und Metaevaluierungen durch, um eigene Lernprozesse zu fördern. Die daraus resultierenden übergreifenden Lernerfahrungen diskutiert MISEREOR auf Grundlage des Jahresevaluierungsberichts und setzt als sinnvoll identifizierte Anpassungen in der Förderpraxis um.

Um den Nutzen der Aktivitäten zu steigern, plant MISEREOR Einzel- und Querschnittsevaluierungen in aller Regel bewusst nicht als abschließende Projektprüfungen. Sie erfolgen vorrangig während der Projektlaufzeit. So können die gewonnenen Erkenntnisse zur Projektsteuerung genutzt werden, indem sie in die Planung der nachfolgenden Projektphasen einfließen.


Zahlen Evaluierungen sich aus?

Natürlich kosten Evaluierungen auch Geld. Die Kosten werden über Projektmittel abgedeckt und sind im Vorfeld eingeplant. Etwa 1% der jährlichen Projektbewilligungssumme wird für Evaluierungen verwendet. Die wertvollen Lernerfahrungen, die MISEREOR und seine Partnerorganisationen mit den Evaluierungen gewinnen, helfen die Qualität und Wirksamkeit unserer Arbeit zu steigern. Dies kommt den Menschen zugute, denen unsere Arbeit dient. Daher sind auch diese Mittel sinnvoll eingesetzt.


Kommt es vor, dass eine Evaluierung negativ ausfällt?

Evaluierungen können auch negativ ausfallen. MISEREOR setzt Evaluierungen vor allem als Instrument zum Lernen ein. Daher erwartet MISEREOR, dass Reflexion und Umsetzung der Empfehlungen zu den notwendigen Verbesserungen des Projekts führen. Auf diese Weise sollen die angestrebten Wirkungen erreicht werden. Bei Bedarf unterstützt MISEREOR den Projektträger in diesem Prozess, zum Beispiel durch Beratung. Zu einem Abbruch der Zusammenarbeit kann es kommen, wenn sich notwendige Veränderungen nicht umsetzen lassen.